Interview mit Angelika Salvisberg, Direktorin TRADUKI, Vaterland 26. Januar 2026
Seit 2012 ist das Land Teil des internationalen Netzwerks Traduki. Welche Chancen sich daraus ergeben, erklärt Direktorin Angelika Salvisberg dem Liechtensteiner Vaterland. Veröffentlicht am 28. Januar 2026
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Am 15. Juli 2025 erzählte Iris Ott in der Freizeitanlage Grossabünt Bilderbuch- und Vorlesegeschichten.
WeiterlesenGelungener Solidaritätsanlass
mit 11 Autorinnen und Autoren für die «Neue Liechtensteinische Landesbibliothek»
WeiterlesenSolidaritätsanlass für die neue Liechtensteinische Landesbibliothek in Vaduz (03.05.2025)
Fotorückblick Vaterland am 3. Mai 2025
WeiterlesenLandesspiegel – Gregor Meier 3. Mai 2025
Eine Bibliothek ist nicht nur dafür da, etwas abzuholen, sondern etwas zu finden
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Am 3. Mai organisiert die Buchbar in Kooperation mit mehreren FL-Autoren einen Lese- und Solidaritätsanlass für die Landesbibliothek.
WeiterlesenWer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden
Am 3. Dezember 2024 wurde im Jungen Theater Liechtenstein ein starkes Zeichen für Inklusion und Barrierefreiheit gesetzt.
WeiterlesenImma mit die Ruhe! Kurt Tucholsky und seine 5 PS
Der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890-1935) publizierte seine satirischen und beissenden Texte auch unter den Pseudonymen Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser – also „Mit 5 PS“, wie der Titel eines seiner Bücher lautet.
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Am vergangenen Freitag, 28. Juni, fand im Gasometer in Triesen die Veranstaltung «Und dann klingelst du bei mir» statt.
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Textbeitrag im Vorfeld der Veranstaltung "Und dann klingelst du bei mir"
Weiterlesen8. Pädagogischer Dialog Themenschwerpunkt KI und Unterricht
Der vom Schulamt organisierte 8. Pädagogische Dialog befasste sich am 21. Februar 2024 im Foyer des Vaduzer Saals mit dem Thema «Künstliche Intelligenz im Unterricht». Rund 170 Lehrpersonen, Schulleitungen und Mitarbeitende des Schulamts nahmen teil und setzten sich gemeinsam mit Gastreferent Prof. Beat Döbeli von der PH Schwyz ganzheitlich mit der Bedeutung und dem Einsatz neuer Technologien, insbesondere auch ChatGPT, auseinander.
WeiterlesenVorleseköniginnen und -könige an WS Triesen gekürt
Die Weiterführenden Schulen Triesen (WST) kürten gestern, am 5. Dezember 2023, beim traditionellen Vorlesewettbewerb die besten Vorleserinnen und Vorleser. Ausgezeichnet wurden Leonie (1. Platz/...
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Bilderbuchgeschichten am Tag der offenen Tür der Stein Egerta am 18. Juni 2023 mit Iris Ott Bilderbuchgeschichten mit Iris Ott lauschen, sich über die...
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Am 11. Oktober 2022 spannende und unterhaltsame Krimifahrt durch Vaduz
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Am 23. September 2022 fand die Vernissage zur Ausstellung, die aus dem Projekt „Schreiben mit der Hand – Handschrift – Schriften“ hervorging, statt.
WeiterlesenInterview mit Angelika Salvisberg, Direktorin TRADUKI, Vaterland 26. Januar 2026
Seit 2012 ist das Land Teil des internationalen Netzwerks Traduki. Welche Chancen sich daraus ergeben, erklärt Direktorin Angelika Salvisberg dem Liechtensteiner Vaterland. Veröffentlicht am 28. Januar 2026
Interview Angelika Salvisberg, Direktorin von TRADUKI, Janaur 2026
- Frau Salvisberg, Traduki verbindet den Südosten Europas mit dem deutschsprachigen Raum. Was ist heute, in politisch wie kulturell unruhigen Zeiten, die wichtigste Aufgabe dieses Netzwerks? Das Netzwerk existiert seit bald zwanzig Jahren – die Jugoslawien-Kriege der 1990er waren bei seiner Gründung noch nicht allzu lange her und prägten und prägen bis heute noch immer die nachbarschaftlichen Beziehungen. Auch lebten bereits viele Menschen u.a. aus Kroatien, Kosovo, Bosnien in den deutschsprachigen Ländern, viele von ihnen waren vor dem Krieg geflohen. Ihre Kultur und Literatur war aber hierzulande nur wenig bekannt, Austausch oder gar Übersetzungen gab es wenig. Diesbezüglich hat sich in den letzten 20 Jahren sich vieles zum Guten gewendet und daran hat TRADUKI seinen Anteil. Das Netzwerk bietet eine tragfähige Basis für den Dialog innerhalb der südosteuropäischen Literatur- und Kulturszene, aber auch zwischen Südosteuropa und der deutschsprachigen Literatur- und Kulturszene. TRADUKI versteht sich auch und gerade in konfliktreichen Zeiten als Raum, einander besser kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen, sich auf Augenhöhe zu begegnen, sich persönlich auszutauschen, gemeinsam aufzutreten, zu debattieren und nicht zuletzt: gemeinsam zu feiern, wie etwa an der im März wieder anstehenden Leipziger Buchmesse.
- Viele kennen Traduki vor allem von Buchmessen. Was passiert jenseits der grossen Messeauftritte und wie wirkt das Netzwerk langfristig? Das Kerngeschäft von TRADUKI ist die Übersetzungsförderung: Wir fördern die Übersetzung zeitgenössischer literarischer Texte aus dem Deutschen in südosteuropäische Sprachen, umgekehrt, aber auch – und das ist ganz wichtig – zwischen den südosteuropäischen Sprachen, also beispielsweise von Serbisch nach Albanisch, oder von Rumänisch nach Bosnisch. Denn neben den früheren jugoslawischen Ländern sind auch Rumänien, Albanien und Bulgarien Mitglied bei TRADUKI. Da ist hinter den Kulissen und abseits der grossen Messen viel Arbeit nötig, damit am Ende auch tatsächlich Bücher vorliegen! Die geförderten Bücher werden übers Jahr an Festivals, in Literatur- und Kulturhäusern, in Schulen und auch in Zeitschriften vorgestellt und diskutiert. Wir arbeiten mit Bloggern und Literaturvermittlern, die nochmal ein anderes, auch jüngeres Publikum erreichen. So weben wir kontinuierlich an einem dichten Geflecht kultureller Beziehungen, spinnen stetig die literarischen Fäden fort.
- Übersetzungen sind das Herzstück von Traduki. Was macht eine gelungene literarische Übersetzung aus Ihrer Sicht aus: Treue zum Original oder Mut zur Eigenständigkeit? Darüber, was eine gute Übersetzung ist, kann man trefflich streiten – und tut es auch immer wieder.
Jede Übersetzerin – oft sind es ja Frauen – würde Ihnen vermutlich anders antworten. Treue zum Original ist sicher nicht genug – Mut zur Eigenständigkeit aber auch nicht! Daher: Ich würde sagen: es braucht unbedingt beides! Und beides gleichzeitig! Ich möchte noch eine Lanze brechen für die Übersetzer*innen. Sie sind ausgesprochen wichtige Kulturvermittler*innen, tiefe Kenner*innen mehrerer Kulturen. Und sie sind die besten Leser*innen überhaupt – das wird Ihnen jeder Autor bestätigen – der sich schon ihren Fragen gestellt hat. Und um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich glaube nicht, dass die Arbeit der Literaturübersetzer*innen durch KI ersetzt werden wird – aber sie wird anders werden, sie ist bereits anders geworden. Doch eines ist ein No Go: kostengünstige, KI-generierte Übersetzungen dann vor Drucklegung noch schnell von literarischen Übersetzerinnen ‘verbessern’ oder ‘lektorieren’ zu lassen. In anderer Hinsicht verändert KI für literarische Übersetzerinnen vieles: Im technischen und administrativen Bereich wird mehr und mehr mit KI übersetzt, das lässt Aufträge für Übersetzerinnen, die in diesen Bereichen oft ein Nebeneinkommen haben, wegbrechen. Das wird ihre ohnehin meist schon nicht rosige wirtschaftliche Situation noch verschlechtern. - Liechtenstein ist seit 2012 Mitglied. Was bringt ein kleines Land in ein internationales Netzwerk ein – und was gewinnt es daraus? Ich denke, es ist eine WinWin-Situation: Gerade die Perspektive kleinerer Länder tut Netzwerken gut: alle üben den gleichberechtigten Dialog, auf Augenhöhe, ohne Quoten, das gilt übrigens auch für die 3 anderen deutschsprachigen Teilnehmer-Länder Deutschland, Österreich, Schweiz. Für Liechtenstein ist es konkret die Möglichkeit, in einem kulturellen europäischen Verbund zu agieren, sich auszutauschen, mitzugestalten, Akzente zu setzen. Die Kreuz- und Querverbindungen sind mannigfaltig und das Projekt lässt sich einordnen und nutzen in der internationalen Kulturpolitik. TRADUKI bietet den liechtensteinischen Partnern – Ministerium und Kulturstiftung –, aber auch den hiesigen Literaturschaffenden eine ideale Plattform für den internationalen Kulturaustausch, die Möglichkeit die südosteuropäische Literaturszene kennen zu lernen, z.B. über Autorenaufenthalte, Veranstaltungsteilnahmen. Für die Netzwerk-Partner aus dem Südosten Europas ist Liechtenstein keine terra incognita mehr. Schon zwei Mal war das Netzwerk zu seinen Sitzungen in Vaduz bzw. Schaan zu Gast, was das Miteinander intensiviert hat.
- Welche Chancen bietet Traduki speziell für Literaturschaffende aus kleinen Sprach- und Kulturräumen wie Liechtenstein? Es ist die Chance, über den eigenen Literaturbetrieb hinauszusehen, ein anderes kritisches Echo zu finden, Autor*innen mit anderem kulturellem Hintergrund zu begegnen, Kooperationen zu suchen und vielleicht eine Übersetzung in eine südosteuropäische Sprache zu bekommen. Für Autor*innen ist es sehr wichtig, nicht nur im eigenen Sprachraum gelesen zu werden, sondern ein Gegenüber zu haben, das neue und andere Fragen an die Bücher stellt. Umgekehrt lernen südosteuropäische Kulturschaffende Liechtenstein, dieses für viele ‘exotische’ Land, erst kennenlernen, wenn sie hier ein paar Wochen in Residenz verbringen. So entspinnen sich spannende Gespräche, wie etwa jenes zwischen der albanischen Autorin und Übersetzerin Anna Kove und der liechtensteinischen Lyrikerin Anna Ospelt im letzten Herbst.
- Sie haben Liechtensteiner Autorinnen und Autoren auf grossen Bühnen wie Leipzig oder Wien begleitet. Was zeichnet die hiesigen Autorinnen und Autoren Ihrer Meinung nach aus? Gedankliche Tiefe, Sprachkraft, Formwille, Originalität, Humor – und alles, was grosse Literatur auch anderswo auszeichnet.
- Wenn wir in zehn Jahren auf Traduki blicken: Woran würden Sie messen, ob das Netzwerk seine Mission erfüllt hat? Wenn TRADUKI auch in 10 Jahren noch existiert, ist das ein Zeichen dafür, dass es nach wie vor gewollt und gebraucht wird, für den Kulturaustausch, weil die Menschen neugierig geblieben sind. Vielleicht existiert Traduki auch noch, weil es die Möglichkeit bietet, im Vertrauen und im Respekt schwierige Dinge zu besprechen, die auf der grossen politischen Bühne im Machtpoker und im wahltaktischen Kalkül keine Chance auf eine faire und praktikable Lösung bekommen. Und ja, wenn weitere Staaten, die bis jetzt noch nicht Mitglied sind, wie Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Moldawien und, wer weiss – Luxemburg, bei uns mittun, wäre das im Sinne unserer TRADUKI-Mission.
- Zum Schluss persönlich gefragt: Welche literarische Entdeckung aus dem Traduki-Raum hat Sie in letzter Zeit besonders bewegt – und warum?“ Ganz aktuell: Das Buch «Die Aussiedlung» von Andras Visky, einem ungarisch-sprachigen rumänischen Autor, der zurück in eine Kindheit im kommunistischen Rumänien blickt. Vier Jahre zieht eine junge Mutter mit ihren sieben Kindern in der ostrumänischen Steppe von Lager zu Lager, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sippenhaft vom schlimmsten. Der totalitären Gewalt des Ceaușescu-Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Ein Buch voller poetischer Kraft, geprägt von tiefer Menschlichkeit jener, die Unmenschliches erleben.